Jahresbilanz 2003 
 

Verstärktes Interesse von Projektbetreibern und Antragstellern:

Insgesamt wurden heuer 13 Anträge auf Akkreditierung von Bildungseinrichtungen bzw. auf Akkreditierung neuer Studiengänge von Privatuniversitäten behandelt. 20 Projektbetreiber haben im Rahmen der Planungsphase Vorgespräche geführt bzw. ihre Projekte dem Akkreditierungsrat präsentiert.

 

Akkreditierungen 2003

Folgende Institutionen wurden 2003 akkreditiert:

TCM Privatuniversität für traditionelle chinesische Medizin Wien

Bruckner Privatuniversität Linz

(Beide Entscheidungen sind noch nicht durch die Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur genehmigt und daher noch nicht rechtskräftig.)

 

Folgende Studiengänge an bestehenden Privatuniversitäten wurden 2003 akkreditiert:

Private Universität für Medizinische Informatik und Technik (UMIT):

Public Health (Bachelor, Master, Doktorat)

Universitätslehrgang Krisen- und Katastrophenmanagement (Akademische/r Krisen- und Katastrophenmanager/in)

PEF Universität für Management:

Coaching und Lösungsorientiertes Management (Master in Coaching)

(Die Entscheidung ist noch nicht durch die Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur genehmigt und daher noch nicht rechtskräftig.)

 

Aufsichtstätigkeit des Akkreditierunsgrates

Die Aufsichtstätigkeit und die begleitende Kontrolle der Qualitätsentwicklung von bereits akkreditierte Privatuniversitäten ist ein zweiter großer Aufgabenbereich des Akkreditierungsrates. Der Akkreditierungsrat überprüft die Jahresberichte der Privatuniversitäten und achtet darauf, dass die im Rahmen der Akkreditierung gemachten Zusagen entsprechend umgesetzt werden.

2003 mußte im Rahmen dieses Aufsichtrechts einer Privatuniversität (International University) die Akkreditierung entzogen, weil wesentliche der Akkreditierung zugrunde liegende Voraussetzungen nicht erfüllt waren.

 

Vergabe von Ehrengraden durch Privatuniversitäten

Aufgrund der bisherigen Praxis einiger Privatuniversitäten betreffend die Vergabe von Ehrengraden hält der Akkreditierungsrat fest, dass im Hinblick auf die im Universitäts-Akkreditierungsgesetz vorgeschriebene Orientierung der Privatuniversitäten an internationalen Standards ausschließlich solche akademische Grade von Privatuniversitäten ehrenhalber verliehen werden können, die an der Privatuniversität auch im Regelstudium verliehen werden können.

 

Entwicklungstrends im privaten Sektor

Wie sich auch 2003 gezeigt hat, versuchen private Universitäten Nischen zu besetzen bzw. neue Angebotsbereiche zu erschließen, die bisher am österreichischen Bildungsmarkt nicht vorhanden waren. Neben der Attraktivität der Programme sind es vor allem folgende Faktoren die bei der Entscheidung der Studierenden für die vergleichsweise teuren Programme (125, - Euro pro Semester bis zu ca. 40.000 Euro für ein komplettes Programm) eine Rolle spielen:

Einhaltung der Regelstudienzeit

intensives Betreuungsverhältnis

selektive Zulassungsverfahren

einklagbares Vertragsverhältnis für die von der Privatuniversität gebotenen Studienleistungen

gleiche Rechte und Förderungen wie für Studierende an öffentlichen Universitäten

 

Richtungsweisend war auch die Akkreditierung von Universitätslehrgängen privater Universitäten, die einer strengen Qualitätskontrolle durch den Akkreditierungsrat unterzogen sind. Universitätlehrgänge sind in Österreich zu einem wesentlichen Bestandteil des universitären Bildungsangebotes geworden (ca. 300 Universitätslehrgänge werden derzeit von öffentlichen Universitäten angeboten) und reflektieren das steigende Interesse und den Bedarf an Zusatzqualifikationen.Die Qualitätsprüfung durch Akkreditierung erhöht die Transparenz in diesem rasch steigenden Angebotssegment der universitären Weiterbildung und stellt sowohl für Studierende als auch für Arbeitgeber eine wichtige Orientierungshilfe dar.

 

Europäische Entwicklungen im Bereich der Qualitätssicherung

Im Kommuniqué der Bildungsministerkonferenz Berlin 2003 wird Qualitätssicherung als ,Dreh- und Angelpunkt für die Schaffung des Europäischen Hochschulraums' bezeichnet und vereinbart, dass neben anderen Maßnahmen auch ein System der Akkreditierung oder Zertifizierung oder ähnlicher Verfahren für Universitäten bis 2005 auf nationaler Ebene umgesetzt werden soll. Durch die intensive Mitarbeit in internationalen und europäischen Netzwerken ist der Österreichische Akkreditierungsrat aktiv in die Entwicklung eines europäischen Systems von Verfahren und Richtlinien zur Qualitätssicherung eingebunden. Diese internationale Zusammenarbeit ist gleichzeitig auch eine wichtige Form der Qualitätskontrolle für die Arbeit des Akkrediterungsrates, da sich die angewandten Methoden und Verfahren am international entwickelten Code of Practice zu messen haben.